Geschichte

Historie des Instituts und der Versuchsanstalt für Wasserbau

Die Technische Universität Darmstadt entstand aus den städtischen Realschulen und den technischen Schulen, die 1826 in Darmstadt eröffnet worden sind. 1877 wurde der Name Technische Hochschule (TH) verliehen, 1899 erhielt die Hochschule das Promotionsrecht. Seit 1998 trägt sie den Namen Technische Universität Darmstadt (TUDa). Von Anfang an war das Bauingenieurwesen als Ausbildungsrichtung an der Technischen Universität Darmstadt verankert. Damit gehört der Fachbereich Bauingenieurwesen und Geodäsie zu den ältesten universitären Ausbildungsstätten für Bauingenieure in Deutschland.

Hochschulveranstaltungen für Wasserbau gibt es in Darmstadt seit 1869. Das Institut nahm den Laborbetrieb im Jahre 1904 als viertes Laboratorium der Welt auf. Der Gründer, Alexander Koch, betrieb schon vor dem ersten Weltkrieg umfangreiche Modellversuche zu Fragen im Tidegebiet und an Binnenflüssen. Er wirkte mit in den Kommissionen für den Bau des Panamakanals, des Nord-Ostseekanals und die Rheinschifffahrt und verschaffte dem Institut große Bekanntheit. Otto Kirschmer und R.C.M.Schröder sind weitere herausragende Darmstädter Wasserbauer und Strömungsforscher.

Leiter des Fachgebietes

Prof. Alexander Koch

Erster Direktor war Prof. Alexander Koch (1895-1920), ein seinerzeit sehr bekannter Fachmann. Er war Mitglied der Kaiserlichen Kanalkommission, die den Nord-Ostseekanal entwarf.

1904 wurde mit dem Bau der ersten Versuchsanstalt begonnen, die damit weltweit die vierte derartige Universitätseinrichtung war.

Koch führte weltweit die ersten Modellversuche für Tideflüsse aus und wurde u.a. auch in die internationale Kommission für den Panamakanal berufen.

Prof. Karl Thürnau

Ihm folgte Prof. Karl Thürnau (1920-1941), in dessen Amtszeit ein neues Versuchsgelände von ca. 90x300m mit Versuchshalle und eigenem Büro- und Hörsaalgebäude entstand, das einem Bomberangriff auf Darmstadt zum Opfer fiel.

Prof. Wilhelm Detig

Prof. Wilhelm Detig (1941-1958) stand dem Institut für Wasserbau und Grundbau, aus dem nach Detigs Emeritierung auch das heutige Institut für Geotechnik hervorging, in seinem dritten Institutsgebäude vor. 1955 wurde das Fachgebiet um die Professur für Hydromechanik und Hydraulik erweitert, die Prof. Kirschmer von 1955 bis 1967 innehatte, der bereits in den Jahren 1934 und 1935 Rektor der TH Dresden gewesen war.

Prof. Friedrich Bassler

Von 1961 bis 1977 leitete Prof. Bassler das Institut für Wasserbau.

Prof. Bassler rief 1966 die Darmstädter Wasserbaulichen Mitteilungen ins Leben, die im Schriftenaustausch mit anderen Universitäten und Bibliotheken heute eine weite Leserschaft haben. National und international bekannt wurde Bassler insbesondere durch seine Planungen eines hydrosolaren Depressionskraftwerks in der Kattara-Senke in Ägypten. Nach diesem Plan wäre ein ständiger Wasserstrom aus dem Mittelmeer in die Senke geflossen, die wegen der hohen Verdunstung niemals voll geworden wäre. Mit eingebauten Wasserturbinen wäre immerhin Energie im Vergleichswert von etwa 75% eines Kernkraftwerksblocks vom Typ Biblis erzeugt worden. Das große Problem war (und ist) der Durchbruch durch das bis zu ca. 200 m hohe Randgebirge zwischen Senke und Mittelmeer. Basslers damals allgemein akzeptierte Idee war die Freisprengung von Kanälen unter der seinerzeitigen Maßgabe einer friedlichen Nutzung der Atomkraft. Durch einen Wechsel der politischen Ausrichtung in Ägypten kam es hierzu nicht mehr.

Prof. Joseph Mock

Auf Bassler folgte Prof. Mock (1979-1994) für den Bereich Wasserbau und Prof. R. Schröder (1967-1990) für die Bereiche Hydrologie und Hydraulik, die Anfang der 70iger Jahre eine vierte Versuchsanstalt erhielten. Im Zuge der Hochschulreform wurden weitere Professuren eingerichtet: Wolfgang Schröder, Wasserbau, (1972-2000), Walter Tiedt, Hydromechanik und Grundwasserhydraulik, (1972-1998), Hannes Lacher, Grundwasserhydraulik, (1972-1982) und Georg Euler, Hydrologie (1980-1987).

Prof. Ulrich Zanke

Auf Prof. Mock folgte Prof. Zanke für den Bereich Wasserbau (1995-2012), Das Fachgebiet Ingenieurhydrologie und Wasserbewirtschaftung wurde von Prof. Ostrowski geleitet.

Prof. Boris Lehmann

Prof. Boris Lehmann picture

Seit dem Jahre 2013 wird das Fachgebiet Wasserbau und Hydraulik von Prof. Lehmann geleitet.

Studentische Exkursionen

Exkurionsbericht von 1903
Exkurionsbericht von 1903

Historie

Studentischen Exkursionen wurde von Beginn an große Bedeutung beigemessen. So fand bereits 1903 (Ablauf der Exkursion von 1903 ) eine große Exkursion an die deutsche Nordseeküste mit der Besichtigung damaliger Bauwerke und Baustellen statt.

In regelmäßigem ein bis zweijährigem Turnus fanden seitdem Exkursionen zu aktuellen Besichtigungen im In- und Ausland statt (zuletzt Spanien, Italien, Rumänien, Taiwan).

Exkursionsteilnehmer 1903 auf dem Panzerkruzer Cobra
Exkursionsteilnehmer 1903 auf dem Panzerkruzer Cobra

1999 und 2003 wurden hochinteressante Exkursionen auf fast der gleichen Route wie 1903 durchgeführt.

Besichtigt wurden u.a. bei der Fa. Naue Fasertechnik in Lübbecke, die Meyerwerft in Papenburg, ein im Bau befindlicher Schwimmbagger bei den Thyssen-Nordseewerken, Küstenschutzanlagen auf Borkum und auf der Minsener Oog in der Jademündung, der Umbau der Fischereihafenschleuse in Bremerhaven, die im Bau befindliche 4. Röhre des Elbtunnels und die neue Schleuse Uelzen am Elbe-Seitenkanal.