Aktuelle Forschungsvorhaben des Fachgebiets Wasserbau

Derzeit werden im Fachgebiet Wasserbau die folgenden Projekte bearbeitet:

Sicherer Deich

Prof. Dr.-Ing. habil. U. Zanke, Dipl.-Ing. Tobias Kubetzek

Überströmung des Versuchsdeiches
Überströmung des Versuchsdeiches

Das Projekt zielt darauf ab, Untersuchungen an einem Forschungsdeich im Naturmaßstab 1:1 zur Verbesserung des Widerstandsverhaltens bzw. der Standsicherheit von Flussdeichen bei langeinstauenden Hochwasserereignissen und Deichüberströmung durchzuführen, mit dem Ziel, innovative Deichbau- bzw. Deichsanierungskonzepte als Beitrag zum technischen Hochwasserschutz zu erarbeiten und somit künftige Deichbau- und Deichsanierungsmaßnahmen wirtschaftlicher zu gestalten, sowie das Schadensrisiko zu reduzieren.

Das Forschungsvorhaben soll im Bereich des Deichbaus und der Deichsanierung neue Erkenntnisse über die Eignung von neuartigen Baumaterialien, wie Recyclingmaterial, Geokunststoffe u.a., im Hinblick auf langanhaltende Hochwasser und Deichüberströmung liefern. Ferner sollen Alternativen zu den herkömmlichen Deichsanierungsmaßnahmen erarbeitet werden, die den Aufwand und die Kosten reduzieren, trotzdem aber mindestens genauso effektiv sind (z.B. Auffräsen des Deichkörpers und Verfüllung mit selbstverdichtendem Mörtel, sowie Deckwerke). Derartige Sanierungsverfahren können auch bei oftmals heterogenen Altdeichen angewandt werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen stellen somit einen unmittelbaren Beitrag zur Innovation im Bereich des technischen Hochwasserschutzes dar.

Das Forschungsvorhaben wird im Rahmen der BMBF-Förderaktivität „Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse (RIMAX)“ durchgeführt.

Hydro- und morphodynamische Simulation der Schifffahrtsrinne von Paranagua

Prof. Dr.-Ing. habil. U. Zanke, Dipl.-Ing. G. Dahlem

Kolke an Brückenpfeilern

Prof. Dr.-Ing. habil. U. Zanke, MSc. Reda Diab

Dieses Projekt befasst sich mit der Wechselwirkung zwischen der Strömung und dem Sedimentbett um einen Brückenpfeiler. Grundsätzliche Aspekte der Strömung und der Kolkung werden in einer 2 m breiten, 26 m langen und 1 m tiefen Rinne im Labor des Instituts für Wasserbau der TU Darmstadt untersucht. Durch Strömungsvisualisierung werden (kohärente) turbulente Strömungstrukturen untersucht. Dazu werden Bild- und Videoaufnahmen einer in der Strömung zugegebenen Kalium-Permanganat-Lösung bearbeitet. Das Strömungfeld und ihre turbulente Eigenschaften, u.a. die TKE, Reynoldsche Spannungen und Intermittenz werden mit hoch aufgelöste ADV-Messungen bestimmt. Die Mechanismen des Sedimenttransportes im Kolkbereich wie z.B. die Hangrutschung werden mit Bild- und Videoaufnahmen untersucht. Die Kolkung wird fortlaufend mit einem Laser Distanz Sensor erfasst. Es werden sowohl Klarwasserkolke wie auch Kolke mit allgemeinem Sedimenttransport untersucht. So sind neue Erkenntnisse über die ma�gebende Vorgänge zu erlangen und dadurch die bekannten Ansätze zur Beschreibung der Kolkung und Kolkvorhersage zu verbessern. Gleichzeitig werden Vergleichdatensätze erzeugt, bei denen alle Versuchsparameter bekannt sind und die somit eine Validation numerischer Modelle ermöglichen.

Die numerische Modellierung der Kolkung wird mit dem morphodynamisch-numerischen Modell SMOR3D (Mewis, 2002) durchgeführt. Das Modell basiert auf der Finite Elemente Methode. Kennzeichnende Eigenschaften des 3D-Strömungsmodells sind die Betrachtung der freien Oberfläche und die Turbulenzmodellierung durch einen modifizierten Mischungsweg-Ansatz. Das Sedimenttransportsmodul berücksichtigt in fraktionierter Form Geschiebe und Suspension, den Hangabwärtstrieb und Hangrutschungen.

HYLOW – Hydropower converters for very low head differences

Energiewandler für die Nutzung sehr geringen Fallhöhen

Prof. Dr.-Ing. habil. U. Zanke, Dr.-Ing. Nicole Saenger, Dipl.-Ing. Silke Schneider